In unserem Arbeitsalltag stellen wir immer wieder fest, dass es noch vielen Personen schwerfällt sich grössere vernetze Social Media Konzepte vorzustellen. Die Erklärung fällt mit Beispielen meistens am leichtesten und zu diesem Zweck wollen wir einen Entwurf aus unserer Kreativabteilung vorstellen.
DriveUp ist eine Plattform. Eine Plattform die sich allen Themen und Akteuren widmet, die mit dem Strassenverkehr zu tun haben, resp. mit dem Einstieg in denjenigen. Dass die Zeit zwischen 14 und 20 Jahren nicht unbedingt die einfachste eines Lebens ist, wissen wir alle aus eigener Erfahrung. Ämterbesuche, Telefonate mit Versicherungen, lange Verhandlungen mit Autohändlern, Prüfungsvorbereitungen und Prävention führen in dieser Lebensphase die Favoritenliste nicht an. Zusätzlich ist es die Zeit, in der elterliche Ratschläge oft aus Prinzip auf taube Ohren stossen. DriveUP soll den Zweck haben, diese Kluft zwischen Einsteiger und Anbieter zu schliessen. Die heutige Generation der Digital Natives ist sich andere Normen und Kommunikationsformen gewohnt. Sie informieren sich fast ausschliesslich über das Internet, sie empfinden es als Standard kleinere Geschäftsfälle übers Netz abzuwickeln und was “cool” daherkommt, stösst auf Interesse.
Versicherer, Strassenverkehrsämter etc. sollen ihren eigenen Auftritt und Platz auf der Plattform haben. Die Information soll im Vordergrund stehen: Beispielsweise wären hier verknüpfte Facebookgruppen denkbar, in denen optimal über Produkte diskutiert und beraten werden kann (Stichwort: Erstkontakt). Eine zentrale Fahrlehrerdatenbank wäre hier auch denkbar. Ein weiterer Schwerpunkt von DriveUP soll die Prävention sein. Günstig und originell produzierte virale Kampagnen könnten hier ihre „Homebase“ haben. Was heissen soll, dass sich z.B. ein virales Video über YouTube und über DriveUP verbreiten kann, und weiterführende Informationen auf der Plattform erhältlich sind. Möglich wäre zum Beispiel auch ein Präventionsspiel welches auf der Plattform, auf Facebook und auf Smartphones gespielt werden kann. Resultate und Leistungen werden dann auf den jeweiligen Nutzerprofilen auf den externen Portalen (Facebook usw.) veröffentlicht, was einen zusätzlichen viralen Verbreitungseffekt und die Anspornung zu guten Leistungen bedeutet. Dasselbe Prinzip könnte auch für die Vorbereitung zur theoretischen Führerprüfung genutzt werden. Das Lernen für die theoretische Prüfung mit einem Quiz zum spassigen Erlebnis machen. Dritter und letzter Bereich ist ein Community-Forum. Fragen und Tipps die von den anderen Bereichen nicht abgedeckt wurden, können hier gestellt werden. Beantwortet werden diese dann von der Community (Vorbild: z.B. Logitech Help Forum), Erfahrungsaustausch ist hier das Thema.
Wie oben beschrieben ist dies bis anhin nur ein konzeptioneller Entwurf. Doch taugt er für die Beschreibung einiger Möglichkeiten der Nutzung, Integration und Vernetzung von verschieden Social Media Elementen.
mk
Mit neuen Technologien kommen auch immer wieder neue Probleme. Ein alt bekanntes Problem sind zuverlässige Daten um Sachverhalte quantifizieren zu können. Beispielsweise hat es viele Jahre gedauert, bis man den Fernsehkonsum in der Bevölkerung zuverlässig messen bzw. schätzen konnte. Mit den Social Media verhält es sich nicht anders. Zuverlässige Daten sind kaum zu finden und extrem aufwendig zu erheben. Es gibt viele Dunkelziffern wie zum Beispiel das Problem von nicht genutzten oder “toten” Profilen oder die willkürlichen demografishen Angaben der Benutzer. Grosse, übergreifende Statistiken fehlen oder sind den Service-Providern vorbehalten, doch wären sie essentiell zur Vermarktung der neuen Möglichkeiten. Facebook hat zu diesem Zweck ein Tool zur Schätzung der Reichweite einer Werbeanzeige aufgeschaltet. Mit diesem Tool kann man seine Zielgruppe nach topo- und demografischen Kriterien aufschlüsseln und so die Grösse seiner Zielgruppe erschätzen.
Wir haben nun einen Versuch unternommen, die Schweiz mit diesem Tool nach Altersgruppe, Geschlecht und Wohnort zu quantifizieren und stiessen auch unmittelbar an dessen Grenzen. Bei genauerer Betrachtung der Resultate fielen uns mehrere schwere Diskrepanzen auf. Neben dem, dass das Tool bei gleichbleibender Abfrage verschiedene Resultate ausweist kamen auch bei anderen Kriterien problematische Angaben. Wir versuchten diesen verzerrenden Effekten mit Gruppenvergrösserung entgegenzuwirken. Mit Erfolg, die Daten wurden zuverlässigER. Wir denken, dass wenn man die Daten mit grosszügigen Augen interpretiert, die Ausgaben zumindest tendenziell Aussagekraft besitzen. Deswegen und aufgrund der Knappheit von Informationen in diesem Bereich, haben wir uns entschlossen eine grobe Darstellung der demografischen Verhältnisse zu veröffentlichen.
Was sicher auffällt ist, dass Zürich und Umgebung alleine ¾ des Marktes ausmacht. Nicht verwunderlich ist, dass je ländlicher die Gegend wird, desto tiefer werden die prozentualen Anteile an der Bevölkerung die Facebook nutzen. Der “Röstigraben” macht sich vor allem in der Gesamtnutzerzahl bemerkbar, nicht aber in der Verteilung über die Altersgruppen.
Die Effekte die wirken sind sicher vielfältig und komplex. Daher finden wir es essentiell, dass die Anbieter von Social Media Inhalten vermehrt, genauere und zuverlässigere Statistiken veröffentlichen. Auf der einen Seite um mehr Vertrauen und Aufmerksamkeit auf ihre eigenen Werbeprodukte zu lenken, auf der anderen um das ganze Phänomen besser erfassen zu können.
mk
Dass Social Media Marketing auf beide Seiten zieht ist kein Geheimnis. Als beispielsweise Dave Carrols Gitarre bei einem United Airlines Flug zerstört wurde, machte er seinem Frust mit einem YouTube-Video Luft. Regisseur Kevin Smith, der wegen seines Übergewichts von einem Southwest-Airlines Flug weggewiesen wurde, teilte seine diskriminierenden Erlebnisse mit seiner über 1. Mio. zählenden Twitter-Gefolgschaft. Dave Carrols Video „United breaks Guitars“ errang innert kürzester Zeit Kultstatus, Josh Warner ernannte es sogar zum siebt erfolgreichsten Viral-Video 2009. Die Konsequenzen dieser Vorfälle waren offensichtlich schwere Verluste an Ruf und Vertrauen in die genannten Unternehmen. United verpaßte es, auf Social Media Kanälen, Gegenkommunikation und Schadensbegrenzung zu betreiben. Southwest hingegen reagierte umgehend über ihren Twitter-Kanal. So konnte Southwest sofort einen Dialog kreieren und damit gewissen Rufschaden eindämmen.
Ein neuerer Fall ist ein PlayStation3 Spieler, der seinen Frust über einen Systemfehler zu einem YouTube-Video verarbeitete (Der Systemfehler verunmöglichte es Spielern der ganzen Welt online und offline gewisse Spiele nutzen zu können). Das Video war innert Stunden nach Auftreten des Problems online. Die Sprache und das Auftreten des Autors sind aggressiv, kränkend und direkt gegen Sony gerichtet. Vielleicht lag es auch an diesen Gründen, daß das genannte Video umgehend einen Buzz kreierte. Innert Tagesfrist wurde das Video 700’000 Mal angeschaut und 10’000 Mal kommentiert. Sony reagierte nicht direkt auf das Video, sie kommunizierten live und problembezogen mit ihrem Twitter-Kanal und über den Firmen-Blog. Sie nutzten also ihre Social Media Kanäle um die Kunden über das Problem und dessen Lösung auf dem Laufenden zu halten. So weit so gut…
Nun, es ist offensichtlich, dass der Wüstling aus dem Video nicht Sonys größtes Problem war. Priorität hatten sicher die Erkennung und Lösung des Zwischenfalls. Doch ist es nicht falsch nach den Konsequenzen zu fragen: Trotz Sonys professionellem Umgang mit der Krise, generierte ein einziger aufgebrachter Kunde, innert kürzester Zeit einen Anti-Marketing-Effekt der seinesgleichen sucht. Hunderttausende Personen, welche nicht einmal mit dem Problem in Kontakt kamen, wurden negativ beeinflußt.
Welche Fragen sind also zu stellen:
· Wie können sich Firmen gegenüber aggressiven und aufgebrachten Meinungsführer verhalten?
· Würden humoristische und direkte Videoantworten Schaden begrenzen?
· Was sind weitere Wege sich mit undifferenzierter und aggressiver Anti-Werbung auseinanderzusetzen?
Was wir aber sicher lernen ist: Für jedes Unternehmen ist es essentiell, die Onlineaktivitäten über seine Firma zu überwachen!
Als Social Media Agency wollen wir hier informieren, fragen stellen und beantworten, zum Denken anregen, unsere Meinung zeigen und interessante Themen an- und besprechen. Es soll ein kreativer Ort sein, offen für alle die sich für soziale Medien interessieren und sich mit ihnen beschäftigen.
Unser Anliegen ist es, die Diskussion über soziale Medien in der Schweiz zu lancieren und anzuregen. Wir sind überzogen, dass Social Media keine Trenderscheinung sind, sondern in naher Zukunft unser Leben beeinflussen und verändern werden. Und deswegen: “It’s time to talk!